Und wenn
du gern dazu tanztest:
Du kannst nicht.
Es ist keine Fläche dafür,
kein Schwarzlicht, kein Bein zuckt,
keine Stroskopblitze,
kein Bass pumpt hinein in den Magen,
kein Becken ins Becken,
du kannst nicht aus dir heraus.
Herinnen bahnt es den Weg,
ein Knirschen auf Kieseln
beim Abendspaziergang.
Wie gerne fände ich tags darauf
einen Stempel auf meiner Hand
und schrubbte mit Seife,
Restalkohol in den Adern,
die Spur in den Abfluss.
Wir schwitzten nicht
und nickten nicht mit den Köpfen,
es schüttelte uns.
So sah ich das Leichte in dir versickern,
die Muskeln verhärten,
die Strenge des Blicks sich verlieren
im kurzbemessenen Brennpunkt,
hängtest du schließlich dein Kleid
zurück in den Schrank
und stelltest die Schuhe dazu.
¶
Wie fröstelte dich diese Grisaille,
in der Hand einen Pinsel
dazu keine Farben zu malen.
Kein Bild aufzuhängen,
zu verschönern die Stube,
die dalag, geordnet ins Taglicht,
verbunden in Bögen so groß,
dass kein Ende ersichtlich.
Ach Liebchen, wie wortverhangen
zermürbte ich dich, bildschirmverweht,
nah den welkenden Blumen,
den überfälligen Rechnungen,
dem überquellenden Müll.
Mein schlurfender Schritt
musste dich ängstigen,
ein Schaben und Scharren
im Schädel, ein Röcheln,
ein Rasseln der Lunge,
mein tönendes Leben,
du tanzt nicht dazu,
es ist keine Fläche dafür.
¶
Tat als umspannte ich
mit sicherem Becken die Wogen,
noch heute lächelt dein Leib
über mein Greifen, mein Krallen,
mein unbeholfenes Stolpern,
ich lachte dabei
fuhr mir der Wind in den Rachen,
ersetzte das Atmen,
wie war ich dir dankbar,
wie leicht meine Brust,
ein Sekundenjahr, ja,
fast ein Leben.
Du holtest dein Kleid
aus dem Schrank
und trugst auch die Schuhe dazu,
an der Hand, mich,
seitenverwittert und froh,
beinah furchenlos glücklich,
mein tönendes Liebchen,
das Knirschen auf Kieseln
beim Abendspaziergang,
es hallt noch in uns,
in der Stube, im Taglicht
sitzen wir beieinander herinnen
und lauschen heraus.
¶
Verbunden in Bögen so groß,
dass kein Ende ersichtlich,
deutest, nur selten, du mich,
als stolpernden Satz, als Geste,
als Gruß aus der Ferne, als Bild,
mein farbsüchtiges Liebchen,
schreibe dich tanzend und tönend,
im Kleid mit den Schuhen
auf eine Fläche dafür.