Poetry Slam ist ein literarischer Wettkampf, eine junge Form der Literaturveranstaltung, die in all ihrer Vielseitigkeit und verschiedener Ausprägung nur wenigen Regeln unterliegt: Die Texte müssen selbst verfasst sein, jegliche Kostüme und Requisiten sind untersagt, es gibt ein Zeitlimit und das Publikum übernimmt die Wertung.
Poetry Slam ist eine Grassroots-Bewegung. Die über Jahre von den Akteuren der Szene etablierten Netzwerke ermöglichen den Künstlern Auftritte in ganz Deutschland. Es gibt derzeit kaum eine buntere, dynamischere und zugleich selbstbestimmtere literarische Bewegung in der BRD. Die Zuschauerzahlen sprechen für sich. In nicht wenigen Städten zählen die Poetry Slams zwischen 100-600 Besuchern monatlich und stellen somit unbestritten die größten regelmäßig stattfindenden Literaturveranstaltungen dar.
Auch wenn die „Hochkultur“ zum Teil eher geringschätzig auf die Poetry Slam Bewegung blickt, ist unbestreitbar, dass sich innerhalb der Szene starke und individuelle literarische Stimmen herausgebildet haben, die auch über den literarischen Wettbewerb hinaus Anklang finden.
Nicht zuletzt ist Poetry Slam auch für Pädagogen interessant. Zahlreiche namhafte Künstler der Szene leiten Schülerworkshops, bei welchen es ihnen gelingt, die Schüler aus der Reserve zu locken und zum Schreiben bzw. Vortragen eigener Texte zu animieren. Wo die herkömmliche Leseförderung oft scheitert, erzielen die Workshops in kürzester Zeit unglaubliche Ergebnisse.
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